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Aktionsbündnis Osnabrück

News

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Jan 24, 2018
Kategorie: Aktuelles
Osnabrück - Auf ihrem letzten Treffen befasste sich die Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) mit dem nach ihrer Einschätzung völkerrechtswidrigen Einmarsch türkischer Truppen in das von Kurden beherrschte Gebiet im Norden Syriens. „Leider musste die Weltöffentlichkeit feststellen, dass dort deutsche Waffen, wie Leopard II Panzer, zum Einsatz kamen - die ganz selbstverständlich an den Nato-Partner Türkei geliefert wurden“, so die übereinstimmende Auffassung.

Militärische Maßnahmen, so zeige sich immer wieder, sind nicht geeignet, politische Probleme zu lösen. Ganz im Gegenteil würden sie zu einer Eskalation der Ereignisse führen. Die Bevölkerungsgruppe der Kurden sei in Syrien zum Spielball der Großmächte USA und Russland und anderer Staaten geworden. Beide Großmächte würden die Augen verschließen, zögen ihre Berater aus der Region ab, und ließen das expansionistische Treiben der gegenwärtigen türkischen Regierung geschehen. Nicht einmal zu einer Verurteilung im Weltsicherheitsrat seien sie bereit gewesen.

Zunächst seien die kurdischen Kämpfer der YPG geschätzte Verbündete im Kampf gegen den IS gewesen, die ebenfalls von westlichen Ländern ausgerüstet wurden. So habe auch die Bundesrepublik Deutschland kurdische Gruppen mit Waffen versorgt, über deren Verbleib niemand mehr einen Überblick habe. Diese Gruppierungen würden jetzt fallengelassen, da sie nicht mehr in die Strategie passen würden und die lokale Zivilbevölkerung dürfe jetzt ungestraft bombardiert werden. Das deutsche Außenministerium sehe sich nicht in der Lage, das Eingreifen der Türkei als das zu bezeichnen, was es sei, eine durch nichts zu rechtfertigende völkerrechtswidrige Intervention fremden Territoriums durch den Nato-Partner Türkei.

Die OFRI fordert den sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen an die Türkei und alle anderen Parteien, die am syrischen Konflikt beteiligt sind sowie der militärischen Aggression gegen die Menschen in Syrien. Krieg schaffe keinen Frieden. Sie verurteilt das Schweigen der Bundesregierung zu diesem Vorgehen des Nato-Partners Türkei. Wenn ein Stopp von Waffenexporten an beteiligte Staaten im Jemen-Konflikt möglich sei, müsse dies auch für alle beteiligten Seiten am Syrien-Konflikt gelten.

 

Nov 10, 2017
Kategorie: Aktuelles

Osnabrück – Die Namen von 3 Personen, die im Zeitraum 1942-43 als Schüler Lebensmittel in die teilweise zerstörte Overbergschule schmuggelten, in der  als Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme 250 Häftlinge der SS-Baubrigade II untergebracht waren und von denen 80 innerhalb der wenigen Monate starben, hat die Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) der Stadt Osnabrück für die Benennung von Straßen vorgeschlagen.

Wolfgang Osterheider, Günther Rüsse und Erwin Hügelmeyer sollten in die Liste der Namen aufgenommen werden, die bei der Vergabe von Straßennamen berücksichtigt werden, heißt es in dem an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gerichteten Schreiben. Schon vor Jahren sei von VertreterInnen der Schule und Eltern sowie im Rahmen von Veranstaltungen in den Räumen des "Gestapo-Kellers" im Schloss Osnabrück der Wunsch geäußert worden, diese Personen in Osnabrück ehrend in Erinnerung zu behalten.
Aus OFRI-Sicht sei die aktuell anstehende Umbenennung der 3 Straßen mit den Namen NS-belasteter Personen eine gute Gelegenheit, die Namen zu berücksichtigen. Die OFRI legt allerdings auch Wert auf die Akzeptanz in der Anwohnerschaft. Auch deren Namensvorschläge müssten in die Entscheidung einbezogen werden, die der Rat demnächst zu treffen habe.

 

Aug 9, 2017
Kategorie: Aktuelles
Osnabrück - Anlässlich des 72. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August hat die Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) die Bundesregierung aufgefordert, den Vertrag zum Atomwaffenverbot zu unterzeichnen, der im Juli von 120 Staaten verabschiedet worden sei.
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Afghanistan

Feb 3, 2010

Bundestag über Afghanistan-Einsatz getäuscht?


Prof. Paech nahm bei OFRI rechtliche Bewertung vor
 
Osnabrück - Würde der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan als Krieg eingestuft, wäre die Bundeskanzlerin gesetzlich Oberbefehlshaberin, die Durchführung von Wahlen würde ausgesetzt, per Notstandsverfassung würden Grundrechte eingeschränkt, Festnahmen wären bis zu vier Tagen ohne gerichtlichen Beschluß möglich. Darauf wies Thomas Müller von der Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) zu Beginn einer rechtlichen Bewertung des Militäreinsatzes hin, die der Hamburger Professor Noman Paech vornahm.

Erstellt von: Afemann

Wenn tatsächlich am Hindukusch der Verteidigungsfall eingetreten sein sollte, hätten Bundestag und Bundesrat darüber befinden müssen, betonte der Jurist, der wegen der Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz die SPD verlassen und als Bundestagsabgeordneter die Außenpolitik der Linken vertreten hat. Erfahrungen sammelte er bei mehreren Aufenthalten in diesem Land, darunter kürzlich in Kundus, schon vor 1978 und drei Monate in einem Feldlazarett.

Zum Ausgangspunkt des Konfliktes wies Paech darauf hin, nicht Afghanistan hätten die USA angegriffen, vielmehr werde das Bin Laden vorgeworfen. Die USA rechtfertigten ihren Angriff damit, da Afghanistan Bin Laden Handlungsmöglichkeit im Land biete, müsse sich das Land gefallen lassen, so behandelt zu werden, als habe es selbst die Hochhäuser in New York zum Einsturz gebracht. Die von Afghanistan angebotene Auslieferung Bin Ladens hätten die USA nicht als ausreichend angesehen, stellte Paech fest.

Der NATO-Vertrag gebiete Beistandspflicht, wobei jedes Land in der Wahl seiner Mittel frei sei, erklärte der Jurist. Überhaupt handele es sich um die erstmalige Ausrufung des Bündnisfalles. Während es den USA bei der Operation Enduring Freedom (OEF) um Terrorbekämpfung gehe, handele es sich beim von den UN abgesegneten ISAF-Einsatz vor allem um die Aufrechterhaltung von Sicherheit. "Wer soll das aber unterscheiden, wenn die US-Soldaten heute ein OEF-Etikett an der Uniform tragen und morgen ISAF", fragte Paech.

Diese Frage werde sich verschärft stellen, wenn demnächst US-Soldaten im deutschen Verantwortungsbereich aufträten. "Wenn unter deutschem Kommando Antiterroreinsätze vorgenommen würden, wäre der Bundestag getäuscht worden", erläuterte Paech. Dann habe die Praxis das Grundgesetz überholt, die Abgrenzung von OEF und ISAF werde nur noch für die "Heimatfront" vorgenommen, kritisierte Paech. Ohnehin würden die deutschen Soldaten ihr Camp kaum noch verlassen, der Einsatz konzentriere sich zunehmend darauf, sich selbst zu schützen.

Auf die Frage nach dem Tanker-Bombardement berichtete Paech, Oberst Klein, den er persönlich kennengelernt habe, sei kein Rambo, vielmehr habe dieser unter dem Druck gehandelt, ein Exempel statuieren zu sollen. Die Tat verstoße gegen das Kriegsvölkerrecht, das die Tötung von Zivilisten verbiete und Verhältnismäßigkeit fordere. Zwar müsse bei einer Anklage die Staatsanwaltschaft eine Überprüfung vornehmen, jedoch werde es bei der Abhängigkeit vom Justizministerium wohl kaum zu einer Anklage kommen, zumal dann der ganze Einsatz in Frage gestellt würde. "Außerdem wird ein so schneidiger Verteidigungsminister bei seinen Jungs nicht in Mißkredit kommen wollen" so Paech.

Ähnliche Konflikte seien im Sudan absehbar anläßlich der Realisierung der beschlossenen Teilung in den nächsten Jahren sowie in Somalia ("wann kommt der Ruf") und im "Pulverfaß Nigeria". Der "Friedensstadt" Osnabrück stehe es gut an, sich mit den kommunalen Möglichkeiten gegen eine weitere Militarisierung der Außenpolitik einzumischen, hob Paech hervor, der vor Beginn seines Vortrages den Friedenssaal im Rathaus besuchte.

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