1.6.4

Aktionsbündnis Osnabrück

News

Seite 1 von 24  > »

Nov 17, 2020
Kategorie: Aktuelles
Gedenken der Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer am Kriegerdenkmal Haste initiiert von der Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) – 2., 15., 22.11.2020
Oct 27, 2020
Kategorie: Aktuelles

Text des Banners, das auf dem Sockel des Kriegerdenkmals In den Bleeken (Osnabrück-Haste) angebracht wird:

"... Andenken der gefallenen Helden - dieser armen, missbrauchten, gefallenen Helden, die alle gern noch gelebt hätten“ (aus :Der schwarze Obelisk, E.M.Remarque, 1962)

Andenken auch derer, die sich unter Einsatz ihres Lebens dem Morden auf den Schlachtfeldern widersetzten: den Deserteuren, Kriegsdienstverweigerern und Wehrkraftzersetzern, die dafür häufig auch mit Tode bestraft wurden.

Osnabrücker Friedensinitiative
Osnabrücker Remarque Gesellschaft

Aug 14, 2020
Kategorie: Aktuelles

Seit dem 6. August 2020 stehen bundesweit ca. 300 Plakatwände und seit heute in Osnabrück 4 Plakatwände "Hiroshima und Nagasaki mahnen - Für das UN-Atomwaffenverbot", die von der Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI), Pax Christi im Bistum Osnabrück, die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstverweigerer, attac sowie der Grünen-Kreistagsabgeordneten Felizitas Exner initiiert wurden.

Solche Plakatwände wie hier sind aus mehreren Gründen notwendig. Zunehmend trifft man bei Aktionen Menschen, meistens jüngere Personen, die mit den Namen von Hiroshima und Nagasaki kaum noch etwas bzw. sogar nichts mehr anfangen können.

CMS - 1.6.4 - Moindou
 

Home

Nov 17, 2020

Gedenken der Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer -Aktion am Volkstrauertag


Gedenken der Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer am Kriegerdenkmal Haste initiiert von der Osnabrücker Friedensinitiative (OFRI) – 2., 15., 22.11.2020
Erstellt von: Afemann

1924 wurde dieses Kriegerdenkmal zu Ehren der gefallenen Soldaten der Gemeinde Haste eingeweiht. Für Erich Maria Remarque, der Zeuge dieser Einweihungsfeier war - er beschreibt sie in seinem Roman „Der schwarze Obelisk“ - trug sie Züge einer Heldenverehrung. Auf Remarque musste diese Veranstaltung sehr befremdlich gewirkt haben. Er schrieb dann ja auch den Satz der hier auf dem Transparent steht:
Es sei ein "... Andenken der gefallenen Helden -
dieser armen, missbrauchten, gefallenen Helden, die alle gern noch gelebt hätten“.
Es gab jedoch auch Menschen, die sich dem Missbrauch entzogen oder widersetzten: Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer.
Ihnen drohte nicht der Tod auf dem Schlachtfeld sondern die Verurteilung durch die Militärgerichtsbarkeit.
Im Ersten Weltkrieg waren es 150 Deserteure, von denen 48 hingerichtet wurden. Im 2. Weltkrieg stieg die Zahl sprunghaft an. Man schätzt die Zahl der Deserteure auf 350.00 bis 400.000. 30.000 von ihnen wurden von der NS-Justiz zum Tode verurteilt, 20.000 hingerichtet. Andere kamen in Konzentrationslagern oder Strafbattalionen ums Leben. Auch Osnabrücker Bürger waren darunter. So z.B.  Johannes Heinrich Laumann. Er wurde 1941 wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt und hingerichtet. Für diese Männer und Frauen, die Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie waren, gibt es in Deutschland kaum Gedenkstätten. Es hat lange gedauert bis sie rehabilitiert wurden. Erst 2002 war das der Fall. Bis dahin galten sie als „rechtskräftig verurteilt“. Und ich bin mir sicher, dass es nicht wenige gibt, die sich durch unsere Aktion provoziert fühlen. Für sie sind Deserteure immer noch Verräter, die sich feige vom Acker gemacht haben.
Nein – das sind sie für uns nicht! Sie haben unseren Respekt und unsere Hochachtung verdient, dafür dass sie sich dem Morden auf den Schlachtfeldern entzogen oder widersetzten.
Es hat mal jemand gesagt: "Mit der Anerkennung der Deserteure ist es wie mit der Abrüstung: Jeder Politiker ist dafür - aber nur, wenn es sich um den Feind handelt."
Und heute? Wir haben zum Glück das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in unserer Verfassung stehen. Aber was ist mit einem Deserteur der auf seiner Flucht in Deutschland ankommt? Einem Deserteur der syrischen Armee wird in Deutschland Asyl verweigert. Er erhält ausschließlich subsidiären Schutz und er muss damit rechnen, irgendwann wieder abgeschoben zu werden. Was dann mit ihm in seinem Heimatland geschieht, lässt sich leicht ausmalen. Auch einem amerikanischen Soldaten, der den Kriegsdienst im Irak verweigerte, wurde bei uns das Asyl verweigert.
Wir schließen uns der Forderung von Pro Asyl an, Deserteuren und Kriegsdienst-verweigerern den Schutz zu gewähren, den der Asylstatus beinhaltet.

(Rede von Wilfried Buck)

  Next page: Aktuelles